Kommentar

Wohngeldreform: Die Verwaltung muss digitaler werden

Ein Stempelkarussell steht neben einem Stapel Akten.

Ein Stempelkarussell steht neben einem Stapel Akten (Symbolbild). Die Wohngeldstellen müssen ab 1. Januar 2023 deutlich mehr Anträge stemmen.

Wenn in wenigen Wochen das neue Jahr beginnt, werden deutlich mehr Menschen Wohngeld beziehen können. Die Ampel hat in einer beispiellosen Reform nicht nur die Sätze der staatlichen Stütze bei Wohnkosten erhöht, sondern auch den Kreis der Empfänger und Empfängerinnen massiv ausgeweitet.

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Gut so, denn angesichts der hohen Inflationsrate und der gestiegenen Energiekosten braucht es spürbare Entlastungen. Und dass das Wohngeld vor allem jenen Menschen zugutekommt, die zwar gerade so aus anderen Sozialbezügen rausfallen, aber dennoch große Geldsorgen haben, ist ein wichtiges Zeichen, wenn man das scholzsche Versprechen „You’ll never walk alone“ ernst nehmen will.

Wohngeldstellen müssen deutlich mehr Anträge stemmen

Zu dem Versprechen würde allerdings auch gehören, die Behörden nicht alleinzulassen. Denn die örtlichen Wohngeldstellen müssen sich jetzt binnen weniger Wochen auf eine Verdreifachung der Zahl der Antragsteller und Antragstellerinnen vorbereiten. Wenn künftig rund zwei Millionen statt vorher rund 600.000 Haushalte bezugsberechtigt sind, muss die absehbare Antragsflut irgendwie bewältigt werden.

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Der Hinweis des Bauministeriums, dass die konkrete Umsetzung nun einmal Aufgabe der Länder und Kommunen sei, hilft weder den Wohngeldstellen noch den vielen Empfängerinnen und Empfängern. Ihnen droht im schlimmsten Fall, dass sich die Auszahlung der dringend benötigten Leistung verzögert.

Mehr Digitalisierung in den Behörden

Dass Städte, Kreise und Gemeinden Alarm schlagen, war absehbar. Aber auch sie müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht genug auf Digitalisierung gesetzt zu haben. Denn die zweifelsohne immense Arbeit wäre leichter zu stemmen, würde die Bürokratie weniger auf Papier stattfinden. Die Wohngeldreform legt wieder den Finger in eine altbekannte Wunde: Die Verwaltung muss digitaler werden.

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