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Kommentar

Ölembargo: Der Zeitpunkt ist nicht (kriegs)entscheidend

Das Töten in der Ukraine wird auch nach einem sechsten EU-Sanktionspaket weitergehen.

Berlin. Natürlich muss dem Lieferstopp für Kohle auch das Ölembargo gegen Russland folgen. Kaum jemand bestreitet das noch. Wladimir Putins Russland macht sich täglich neuer Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig. Geschäfte, die diesem Regime nutzen, verbieten sich.

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Und trotzdem spricht vieles dafür, die Sache jetzt nicht zu überstürzen. Russland, daran besteht kein Zweifel, steht vor einer ökonomischen Katastrophe. Die Sanktionen des Westens haben die Wirtschaft ins Mark getroffen. Ein Minus von 10 Prozent erwarten Ökonomen beim Brutto­inlands­produkt, die Inflation liegt bei 20 Prozent, die Zinsen bei 14. Die Russinnen und Russen werden jeden Tag ein Stück ärmer.

Den Krieg gegen die Ukraine aber haben die inzwischen fünf Sanktionspakete der EU nicht beendet, und man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, das auch das sechste die Waffen nicht zum Schweigen bringen wird. Es sind ja nicht die Menschen in Russland, die über Krieg und Frieden entscheiden, es ist der Mann im Kreml. Und der hat sich mit dem Wohl­standsverlust seiner Landsleute arrangiert. Er nimmt ihn hin – als Preis für seine Groß­macht­fantastereien.

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Alles, was Russland schwächt, ist bitter nötig

Den Druck aufrechtzuerhalten bleibt zwar richtig. Alles, was Russland schwächt, ist in diesen Tagen bitter nötig. Gleichzeitig aber muss man bei jeder neuen Sanktion abwägen, wem sie mehr schadet – Russland oder dem Westen? Weitere Turbulenzen an den Energiemärkten jedenfalls helfen in dieser Lage vor allem Putin.

Putins Gasstopp: Warum es für Deutschland Ende Mai ernst wird

In knapp vier Wochen muss Deutschlands größter Gasimporteur, Uniper, die nächste Rechnung an Moskau begleichen. Kremlherrscher Wladimir Putin besteht auf Bezahlung in Rubel, Uniper zahlt bisher aber in Euro. Nun geht es um eine Zwei-Konten-Lösung. Ob das funktioniert, ist nicht sicher.

Bei der Suche nach Alternativen zu russischem Öl sind die Länder Europas schnell voran­gekommen, viel schneller, als die meisten Experten erwartet hatten. Die Zahl der Fässer und Devisen, die zwischen Ost und West gehandelt werden, nimmt von Woche zu Woche ab. Gut so!

Der Weg in Richtung Null muss weiter beschritten werden. Ob das Ziel heute oder in ein paar Wochen erreicht wird, ist aber nicht (kriegs)entscheidend.

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