Arbeitsmarkt

Mehr Arbeitslose im Norden: Sondereffekt durch Geflüchtete

Das Logo der Agentur für Arbeit.

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Kiel (dpa/lno). Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein steuert in robuster Verfassung das Jahresende an. Im November waren im nördlichsten Bundesland 82.600 Menschen ohne festen Job und damit - aus jahreszeitlichen Gründen - 1,6 Prozent mehr als im Oktober. Wie die Agentur für Arbeit am Mittwoch berichtete, gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Zuwachs um 6,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vormonat 5,2 Prozent. Vor einem Jahr waren es 4,9 Prozent.

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In den touristisch geprägten Kreisen des Landes seien im November - saisonal üblich - die Zahlen überproportional zum Oktober gestiegen, erläuterte der Chef der Regionaldirektion der Arbeitsagentur, Markus Biercher. Nordfriesland verbuchte einen Zuwachs um 12,3 Prozent. Ostholstein legte um 11,1 Prozent zu.

Die Erhöhung der Arbeitslosenzahl zum November des Vorjahres geht darauf zurück, dass die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine seit Juni in der Statistik geführt werden. Damit gebe es ein Jahr lang diesen Einmaleffekt, sagte Biercher. Ohne diesen wäre die Arbeitslosenzahl um 1000 gesunken.

Als besonders erfreulich wertete der Agenturchef das Allzeithoch bei der Beschäftigung. Nach den aktuellsten Zahlen vom September stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent auf 1,06 Millionen. Damit liege das Land in der oberen Hälfte der Bundesländer, sagte Biercher.

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Nur eine kleine Rolle spielt Kurzarbeit. Im August arbeiteten 959 Beschäftigte in 138 Betrieben kurz. Im November zeigten 166 Betriebe für 1602 Beschäftigte Kurzarbeit an. «Damit liegen wir unter dem Niveau des Vormonats», sagte Biercher. Die Langzeitarbeitslosigkeit sank im Vorjahresvergleich um 4200 Betroffene.

Die Personalnachfrage liegt weiter über dem Niveau des Vorjahres. Im Moment haben die Arbeitsagenturen 29.100 Stellen im Bestand und damit 5,9 mehr als im November 2021.

Die niedrigste Arbeitslosenquote unter den Kreisen hat mit 3,5 Prozent nach wie vor Stormarn. Auf den höchsten Wert kommt Dithmarschen mit 5,6 Prozent. Die Quoten der kreisfreien Städte schwanken zwischen 7,3 Prozent in Kiel und 7,7 Prozent in Neumünster.

«Angesichts der konjunkturellen Gesamtlage und des Zuzugs von Geflüchteten vorwiegend aus der Ukraine erweist sich der Arbeitsmarkt als stabil und aufnahmefähig, vor allem, weil immer noch neue Arbeitsplätze entstehen», analysierte Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen. Er erhofft sich weitere positive Effekte aus dem neuen Bürgergeld: «Die höheren Hinzuverdienste, eine bessere Qualifizierung, aber auch Sanktionsmöglichkeiten beim Bürgergeld setzen die richtigen Impulse, um Menschen in Arbeit zu bekommen».

© dpa-infocom, dpa:221129-99-711490/4

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