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Beratungen berichten: Darum geraten Menschen in die Schuldenfalle

571000 suchten wegen hoher Schulden im vergangenen Jahr eine Beratungsstelle auf.

Wiesbaden. Das Konto leer, die Bargeldreserven aufgebraucht und dann kommt die nächste Rechnung. 571000 Menschen in Deutschland haben dem statistischen Bundesamt zufolge deshalb im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatung aufgesucht. Gründe gab es dafür viele.

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Für junge Menschen wurden laut Bundesamt vor allem Internet und Handy zur Schuldenfalle. Knapp zwei Drittel (64,9 Prozent) der unter 25-Jährigen, die im vergangenen Jahr Hilfe bei einer Schuldnerberatungsstelle in Deutschland suchten, hatten erhebliche Außenstände bei Telekommunikationsunternehmen.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes waren es durchschnittlich 1573 Euro. Damit machte diese Position nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Dienstag etwas mehr als ein Sechstel der gesamten durchschnittlichen Schuldenhöhe der jüngeren Generation aus (8849 Euro).

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Ältere bei Banken verschuldet

Die deutliche Mehrheit der Schuldnerinnen und Schuldner im Alter von 65 Jahren und älter war im Jahr 2018 dagegen bei Kreditinstituten verschuldet (62,9 %). Schulden bei Telekommunikationsunternehmen hatten lediglich ein Viertel (25,3 %) der älteren Generation. Die Restschuld bei Kreditinstituten lag mit 22 989 Euro im Mittel ebenfalls bedeutend höher.

Häufig schuldeten die Besucher der Beratungsstellen außerdem öffentlichen Einrichtungen wie dem Finanzamt Geld. 53 Prozent der jungen Menschen und 38 Prozent der über-65-Jährigen konnten dort Forderungen nicht begleichen.

Gewerbetreibende und Versandhandel waren bei jungen Menschen in 42 beziehungsweise 32 Prozent die Gläubiger. Bei Schuldnern ab 65 Jahren machten Gewerbetreibende 22 und der Versandhandel 17 Prozent der Gläubiger aus.

Hauptproblem Arbeitslosigkeit

Der mit Abstand größte Auslöser für Überschuldung bleibt über alle Altersklassen hinweg Arbeitslosigkeit. Bei 20 Prozent der Menschen, die im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht haben, war der Verlust des Jobs die Ursache.

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Fast 16 Prozent der Betroffenen rutschten infolge Erkrankung, Sucht oder Unfall in die Schuldenfalle, gut 13 Prozent nannten Trennung, Scheidung oder Tod des Partners als Grund.

In fast ebenso vielen Fällen war die Ursache, dass regelmäßig zu viel Geld ausgegeben wurde - eine solche „unwirtschaftliche Haushaltsführung“ machten die Statistiker zum Beispiel bei jedem Vierten der unter 25 Jahre alten Schuldner aus.

Die Ergebnisse des Bundesamtes beruhen auf Angaben von 559 der 1450 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland. Diese stellten anonymisierte Daten von 136 000 beratenen Personen mit deren Einverständnis bereit, die dann hochgerechnet wurden.

Von RND/dpa/hö

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