Tipps und Tricks

Joghurtbecher, Getränkekartons, Küchenrolle: So trennt man Müll richtig

Das Bundesumweltministerium hat die Menschen in Deutschland aufgefordert, in der Corona-Krise Abfall zu vermeiden und zu sortieren.

Das Bundesumweltministerium hat die Menschen in Deutschland aufgefordert, in der Corona-Krise Abfall zu vermeiden und zu sortieren.

Restmüll, Biomüll, Gelber Sack, Papier und Pappe, Altglas: In den meisten Haushalten wird fleißig Müll getrennt. So können wertvolle Materialien recycelt und wiederverwertet werden, statt im Restmüll zu verbrennen. Das schont Ressourcen und ist gut fürs Klima.

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Doch eine richtige Mülltrennung ist gar nicht so einfach. Das liegt auch daran, dass Verpackungen häufig aus mehreren Materialien bestehen, die gar nicht oder nur schlecht recycelt werden können. So kommt es, dass im gelben Sack oder der gelben Tonne bis zu 40 Prozent Abfälle landen, die dort gar nicht reingehören, wie das Bundesumweltamt in einer Studie aus dem Jahr 2018 festgestellt hat. Gleichzeitig werfen immer noch viele Verbraucher recycelbare Verpackungen in den Restmüll.

Wie geht es richtig? Wir haben zusammen mit Thomas Fischer, Bereichsleiter Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe, Praxisbeispiele zusammengestellt.

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Joghurtbecher

Der Joghurtbecher gehört in den gelben Sack – er muss dafür auch nicht ausgewaschen werden, es reicht, dass er löffelrein ist, wie Fischer erklärt: „Das Ausspülen führt nur zur unnötigen Vergeudung von Wasser und Energie.“ Der Inhalt noch halbvoller Joghurtbecher sollte aber vorher in die Biotonne entleert werden.

Auch wichtig: Da Deckel und Joghurtbecher meist aus unterschiedlichen Materialien bestehen, sollten sie vor dem Wegwerfen getrennt werden. Auch Pappbanderolen um die Becher sollten abgezogen und im Papiermüll entsorgt werden.

Getränkekartons

Getränkekartons für Milch oder Saft gehören in den gelben Sack und auf keinen Fall in die Papiertonne. Auch hier ist es wichtig, vorher den Deckel abzuschrauben, damit der Kunststoff in der richtigen Sortiergruppe landet und recycelt werden kann.

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Auch bei Margarineverpackungen lohnt es sich, den Deckel abzunehmen und ihn getrennt von der Schale zu entsorgen. „Besonders ungünstig ist es, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher Folien und andere Kunststoffe in den Margarinebehälter stopfen, den Deckel verschließen und dann wegschmeißen. Das spart vielleicht Platz in der Tonne, aber die unterschiedlichen Materialien können so nicht sortiert werden“, erklärt Fischer.

Küchenrolle und Taschentücher

Benutzte Küchenrolle gehört am besten in den Biomüll und im Notfall in die Restabfalltonne. Die Papiertonne sollte tabu sein. „Das hat was mit Hygiene zu tun. Große Mengen vollgefetteter Tücher und öliger Pizzakartons können zudem Recyclingprozesse erschweren“, so Fischer. Auch benutzte Taschentücher gehören in den Restmüll. „Die Menschen, die mit dem Papiermüll zu tun haben, sollten nicht mit benutzten Taschentüchern in Kontakt kommen müssen“, so Fischer.

Briefumschläge und Brottüten mit Sichtfenster

Wenn der Briefumschlag überwiegend aus Papier besteht, darf er in die Papiertonne – auch mit Sichtfenster. Gleiches gilt für Brötchentüten mit Sichtfenstern. Der Grund: Altpapier wird zuerst gewaschen, dabei löst sich das Plastik und wird gesondert entfernt. Natürlich können fleißige Mülltrenner vorher auch das Plastik heraustrennen, das vereinfacht das Recycling. Aber Schaden richtet die Sichtfolie nicht an.

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Glasflaschen und Gläser

Gehören in den Altglascontainer – Schraubverschlüsse, Korken und andere Deckel aber nicht. „Moderne Glasaufbereitungsanlagen können diese Verschlüsse zwar aussortieren – doch dafür ist ein höherer Energieverbrauch nötig“, erklärt Fischer. Blaues Glas wird im Grünglascontainer richtig entsorgt. Gläser, die im Restmüll landen, werden verbrannt.

Wie viel bringt gute Mülltrennung am Ende?

„Der Aufwand lohnt sich“, sagt Fischer. „Je besser getrennt wird, desto mehr wird recycelt.“ Derzeit liegt die gesetzlich festgeschriebene Recyclingquote für Kunststoffverpackungen bei 58,5 Prozent, im kommenden Jahr steigt sie auf 63 Prozent. Die Entsorger erreichen diese Quote knapp.

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Es liegt aber nicht nur in der Hand der Verbraucherinnen und Verbraucher, die Recyclingquote zu erhöhen. Ein großer Teil der Verpackungen in den Supermarktregalen sei gar nicht oder nur stark eingeschränkt recyclingfähig, sagt Fischer. Hier müssten Hersteller und Händler nachbessern. Nicht recyclingfähige Kunststoffverpackungen gingen zum größten Teil als Ersatzbrennstoffe in die Zementindustrie, wo sie verfeuert würden.

Beim Altglas liegt die gesetzliche Recyclingquote derzeit bei 80 Prozent, ab kommendem Jahr bei 90 Prozent. Bei Papier und Pappe sind es derzeit 85 Prozent, die Quote erhöht sich zu Jahresbeginn ebenfalls auf 90 Prozent.

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