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Kommentar

Habeck hat in vier Monaten mehr erreicht als Altmaier in vier Jahren

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne, links) mit Peter Altmaier (CDU, rechts) bei der Amtsübergabe im Wirtschaftsministerium Anfang Dezember des vergangenen Jahres.

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne, links) mit Peter Altmaier (CDU, rechts) bei der Amtsübergabe im Wirtschaftsministerium Anfang Dezember des vergangenen Jahres.

Berlin. Dass die Herausforderung gewaltig sein würde, hatte Robert Habeck bei Amtsantritt gewusst. Als „Aufgabe des Jahrzehnts“ hatte der Wirtschaftsminister den klimagerechten Umbau der Industrie in seiner Antrittsrede bezeichnet und von einem „Schriftzug“ gesprochen, den man nun in das Geschichtsbuch der Bundesrepublik eintragen dürfe.

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Vier Monate ist das her, und wenn Habeck geahnt hätte, was in dieser Zeit an neuen Problemen auf ihn einprasseln würde, hätte er aus dem kleinen Schriftzug wohl ein großes Kapitel gemacht. Er muss jetzt nicht nur der Wirtschaft ihre Sucht nach Kohle und Öl austreiben, ihm kommt auch noch das wichtigste Mittel der Substitution abhanden: russisches Gas.

Man hätte die Brocken hinwerfen oder zumindest die Ziele kassieren können, aber Habeck hat bislang die Nerven behalten. Stück für Stück arbeitet er den Berg an Problemen ab. Mehr Gas aus Norwegen, eine Energiepartnerschaft mit Katar, eine Einigung im Konflikt zwischen Artenschutz und Windkraftausbau, eine beim Streit zwischen Windbauern und Flugsicherung. Und nun das „Osterpaket“, das beim Ökostrom den Turbo zünden soll.

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Ein Platz in den Geschichtsbüchern wäre für Habeck nur verdient

Jeder einzelne Schritt ist mühsam, in der Summe aber hat Habeck in vier Monaten mehr erreicht als Vorgänger Peter Altmaier in vier Jahren.

Habeck spricht sich für weitere Sanktionen gegen Russland aus
04.04.2022, Berlin: Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, geht nach einer Pressekonferenz zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bundeswirtschaftsminister Habeck lehnt zwar ein sofortiges Energieembargo gegen Russland weiterhin ab, weitere Sanktionen seien dennoch wichtig.

Und womöglich entpuppt sich das Ende der Energielieferungen aus Russland in der Rückschau als Glücksfall. Die Preise fossiler Brennstoffe sind inzwischen so hoch, dass sich der Umstieg auf Sonnenstrom oder Erdwärme auch ohne Förderung lohnt. Machen genügend Menschen mit, schafft Deutschland die Klimawende schneller als gedacht.

Falls Robert Habeck das ohne wirtschaftliche Verwerfungen hinbekommt, wäre der Platz in den Geschichtsbüchern verdient.

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