„Wird sich dauerhaft auswirken“

Wirtschaftsforscher: Krieg bringt erhebliche Kosten für alle

ARCHIV - 10.03.2022, Baden-Württemberg, Stuttgart: Erdgaszuleitungen sind vor dem Heizkraftwerk 3 Stuttgart-Gaisburg zu sehen. Die im Beratungsgremium EEAG zusammengeschlossenen Wirtschaftsforscher haben rasche und entschlossene Schritte gegen die Inflation gefordert. Derzeit treiben steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise die Inflationsraten in die Höhe.

München/Berlin. Russlands Krieg in der Ukraine wird für die Bundesbürger nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) teuer werden. Es sei „mit erheblichen Kosten zu rechnen, die wir alle zu tragen haben“, sagte IW-Ökonomin Galina Kolev am Freitag auf einem Wirtschaftsforum in Berlin.

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„Wenn der Gaspreis auf heutigem Niveau bleibt, dann haben wir eine zusätzliche Inflationsrate von etwa zweieinhalb Prozentpunkten“, sagte Kolev. Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise stiegen, in der Industrie komme es wegen fehlender Vorprodukte zu Produktionsstillständen, das Wirtschaftswachstum werde erheblich beeinträchtigt. Hinzu kämen die Kosten für die rasche Anpassung der Energieversorgung, um die Abhängigkeit von russischem Gas und Öl zu senken: „All das wird sich dauerhaft auswirken.“

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Deutschland mit einer beschleunigten Energiewende bis zum nächsten Winter unabhängig von russischer Energie zu machen oder alle Häuser energetisch saniert zu haben, sei völlig unrealistisch: Dazu fehlten die Fachkräfte und das Material, „das braucht alles Zeit“, sagte Sebastian Dullien vom IMK-Institut. „Dekarbonisierung ist ein Langstreckenlauf, kein Sprint.“

Ifo-Präsident Clemens Fuest warnte vor einer Überforderung des Staates und mahnte: „Man sollte nicht überdramatisieren“. Auch aus der Wirtschaft gebe es eine Flut von Forderungen, „der Staat soll Unternehmen von jeder Widrigkeit des Lebens abschotten“. Eine Senkung der Mehrwertsteuer beim Sprit wäre für den Fiskus teuer und käme den Besitzern großer Autos am meisten zugute. Besser seien gezielte Hilfen für Pendler und für arme Haushalte; vielleicht auch ein höheres Kindergeld, um Familien zu helfen.

Produktion von Bauteilen nach Deutschland zurück zu verlagern, wäre teuer, warnte Kolev. Mit Fuest warb sie dafür, die Palette der Lieferanten auszuweiten und stärker zu diversifizieren.

RND/dpa

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