Fantasiereich im Garten: Spielhäuser selbst bauen

Spielhäuser – wie hier eines auf einem Waldspielplatz – lassen sich mit etwas Geschick auch selbst bauen.

Spielhäuser – wie hier eines auf einem Waldspielplatz – lassen sich mit etwas Geschick auch selbst bauen.

Auf dem Piratenschiff das Kommando geben, im Baumhaus die Welt von oben betrachten oder in einer Ritterburg den Alltag außen vor lassen – Spielhäuser sind wunderbare Rückzugsorte für Kinder. Mit in Eigenregie entworfenen und gebauten Modellen aus Holz lassen sich zudem individuelle Gestaltungswünsche erfüllen. Darüber hinaus ist es ein ideales Projekt, bei  dem die ganze Familie mit anpacken und kreativ sein kann.

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Kinder bei der Planung einbeziehen

Grundsätzlich sei das für erfahrene Heimwerker kein Problem, sagt Ralph Roufflair, Trainer an der Kölner DIY Academy. Er empfiehlt, bei der Planung die eigenen Kinder einzubeziehen: „Am besten besucht man verschiedene Spielplätze und schaut: Wo leuchten die Augen?“ Wenn klar ist, was sich die Kinder wünschen, kann eine erste Skizze angefertigt werden. Wichtig sei dann wieder das Feedback der künftigen Nutzerinnen und Nutzer. Denn Kinder entwickelten oft eigene Ideen, auf die Erwachsene nicht kommen, erläutert Roufflair und regt an, mit den Kindern gemeinsam einen Entwurf zu zeichnen.

Ob dann weitere, vielleicht sogar maßstabsgetreue Planungszeichnungen erfolgen sollten, sei eine „Typfrage“, meint der Garten- und Landschaftsbauer. Die einen benötigten exakte Vorgaben, die anderen entwickelten Kreativität beim Bauen. Manche kauften vorkonfektionierte Teile, andere nutzten das,  was sich in Haus und Garten an Materialien finde: „Dann entsteht mit wenig Geld eine fantasievolle Welt. Es muss ja nicht alles aussehen wie im Hochglanzkatalog“, betont Roufflair . Die meisten selbst gebauten Spielhäuser kosten in der Regel wenige hundert Euro. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

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Gute Projektvorbereitung ist das A und O

Das A und O beim Bauen eines Spielhauses sei eine gute Projektvorbereitung, betont Roufflair: „Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Nichts ist nerviger, als wenn mitten in der Arbeit Teile fehlen.“ Bevor es losgeht, sollten deshalb alle benötigten Materialien angeschafft und Werkzeuge bereitgelegt werden. Dazu zählen  unter anderem eine Kappsäge, eine Stichsäge, Bohrmaschine und Akkuschrauber, Spaten, Schaufel, Schubkarre und Wasserwaage.

Wichtig ist es außerdem, rechtzeitig an den Feuchteschutz zu denken. Bründt empfiehlt deshalb eine Konstruktion aus Tragbalken, die mit Pfostenschuhen fest im Boden verankert und mit durchgehenden Schrauben verbunden werden. Eine Alternative kann eine aus Beton gegossene Bodenplatte sein. Für den Außenbereich ist imprägniertes Holz zu empfehlen. Dachüberstände schützen dieses vor Regen und Schnee.

Auf Sicherheit achten und an Fallschutz denken

Das Infoportal  „Das Sichere Haus“ (DSH) weist außerdem darauf hin, dass zu Zäunen und Bäumen ausreichend Abstand gehalten werden sollte. Rindenmulch, Holzschnitzel, Sand oder Gummimatten bieten Fallschutz. Der sollte 20 bis 30 Zentimeter hoch sein, wenn das Spielhaus höher als 1,50 Meter ist, sagt Roufflair. Außerdem sollten scharfe Kanten, Stolperfallen und herausragende Nägel unbedingt vermieden werden. „Am besten orientiert man sich daran, wie Profis es machen und schaut sich entsprechende Arbeiten auf Spielplätzen an“, rät Roufflair.

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Zur Planung gehört auch, die Position des Spielhauses im Garten zu bestimmen: An welchem Baum sind die Äste stark genug, dass sie ein Häuschen tragen können? Sollte auf Schatten geachtet werden, damit die Kinder nicht in der prallen Sonne spielen? Wird genügend Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten? Zu beachten sind die jeweiligen Regelungen in den Landesbauordnungen. Außerdem sollte Rücksicht auf Anwohner genommen werden, meint Roufflair: „Das Spielhaus muss ja nicht unbedingt dorthin gebaut werden, wo der Nachbar seine Ruhe haben will.“

Bei der Wahl des Holzes gilt es abzuwägen

Der Bau wird oftmals zu einer körperlich anspruchsvollen und schweißtreibenden Angelegenheit – vor allem wenn mit massiven Hölzern gearbeitet wird. Besonders langlebig sind zum Beispiel Lerche, Eiche und Douglasie, die ein großes Eigengewicht besitzen. Leichter zu verbauen ist Fichte. Das Holz ist allerdings empfindlicher und verwittert schneller. Um das Material zu schützen, kann es mit umweltverträglichen Lasuren behandelt werden. Wer mag, streicht einzelne Bauteile an. Dafür sollte wetterfeste Farbe verwendet werden. Von chemischen Holzschutzmitteln raten Experten bei Spielhäusern ab.

Roufflair empfiehlt, die eigenen Kinder beim Bauen einzubeziehen: „Sie können dabei an handwerkliche Arbeiten herangeführt werden.“ So können sie Nägel einschlagen, Wände anstreichen oder Schrauben eindrehen. Selbstverständlich sollte auf ihre Sicherheit geachtet werden – elektrisch betriebene Sägen zum Beispiel gehören nicht in Kinderhände. Zwar brauche es oftmals Geduld, sagt Roufflair. Der Vorteil am gemeinsamen Bauen sei aber der Teambuildingprozess zwischen Eltern und ihrem Nachwuchs. „Außerdem macht es Kinder stolz. Und meist schätzen sie das, was sie selber schaffen, mehr als das, was ihnen hingestellt wird“, sagt Roufflair.

Anregungen im Netz

Wer keine eigene Idee für ein Spielhaus hat, kann sich Anregungen im Internet holen. So sind auf der Website www.ziegler-spielplatz.de viele interessante und vergleichsweise leicht nachzubauende Beispiele zu finden. Das Gleiche gilt für die Website www.sauerland-spielgeraete.de. Märchenhafte Modelle finden sich auf der Website www.casakaiensis.de. Selbstverständlich kann man sich auch Spielhäuser bauen lassen oder fertige Bausätze erwerben. Das ist für alle empfehlenswert, die den Aufwand scheuen oder wenig Erfahrung mit Holzarbeiten haben. Ein weiterer Vorteil: In der Regel wurden die Spielhäuser vom TÜV geprüft und besitzen ein GS-Zeichen. Erfüllen sie europäische Sicherheitsnormen, erhalten sie ein CE-Zeichen.

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