Regnose statt Prognose: Wie der Blick in die Vergangenheit uns für die Zukunft rüstet

Wer pessimistisch in die Zukunft schaut, dem hilft manchmal ein Blick in die Vergangenheit.

Covid-19, Flüchtlingsdramen, Klimawandel – bei all den Krisen zuversichtlich in die Zukunft zu blicken fällt schwer. Dabei gibt es durchaus berechtigte Hoffnung, dass die nächsten Jahre nicht ganz so düster werden. Mit einer Regnose, einer Art „Rückwärtsprognose“, können wir uns ein konstruktives Verhältnis zur Welt aneignen und die Zukunft wieder positiv sehen.

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Die Zeit der Jahresrückblicke hat wieder begonnen. Medienübergreifend werden Menschen, Ereignisse und Bilder gezeigt, die das Jahr 2021 geprägt haben. Dass es bei all den Katastrophen und Schicksalsschlägen auch viel Grund zur Hoffnung gibt, vergessen wir meist. Das liegt daran, dass wir Menschen zu einer gewissen Affektaffinität neigen und Gefahrenreize grundsätzlich höher bewerten als den Gesamtzusammenhang. Befürchtungen haben ein größeres Gewicht als begründete Hoffnung. Wir sehen selten das Gute oder das, was sich in der Welt verbessert, und richten unseren Fokus stattdessen auf das, was schlecht läuft.

Kopf frei bekommen

Um diesen Teufelskreis aus Angst, negativem Denken und Befürchtungen zu durchbrechen, regt das Frankfurter Zukunftsinstitut zu einem Gedankenexperiment an: der Regnose. Dabei versetzen wir uns gedanklich in ein wahrscheinliches Morgen. Es ist wie ein bewusster Ausflug in die Zukunft und hilft uns dabei, den Kopf wieder frei von Sorgen zu bekommen. Denn wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat: Menschen sind durchaus in der Lage, die Welt zu verändern. Dazu reicht manchmal schon eine andere Wahrnehmung.

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Bei einer Regnose geht es darum, sich selbst zu fragen, was sich verändern musste, um überhaupt dorthin zu gelangen. Das schafft ein neues Bewusstsein und hilft uns zu verstehen, dass wir der Zukunft nicht tatenlos ausgeliefert sind, sondern sie durch unsere Handlungen und Entscheidungen selbst formen können.

Während wir bei der klassischen Prognose unsere Zukunft aus der Perspektive des Hier und Jetzt heraus konstruieren, projizieren wir uns bei der Regnose selbst in die Zukunft, schauen zurück und schaffen ein dynamisches Zukunftsbewusstsein. Das Zukunftsinstitut nennt es das „Future Mind“.

Die Zukunft ist, was wir daraus machen

„Unser Zukunftssinn ist im Grunde das, was uns lebendig hält. Er lässt uns wach bleiben, hoffen, wünschen, planen. Im Wechselspiel mit der körpereigenen Substanz Dopamin entsteht so ein konstruktives Verhältnis zur Welt, zur Zukunft, in der wir eine Rolle spielen: Wir versuchen, die Zukünfte, die wir uns vorstellen, durch Handlungen zu realisieren“, erklärt Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx.

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Plötzlich sehen wir die Linien und Verbindungen, die von der Gegenwart in die Zukunft reichen. Wir beginnen, von den Lösungen her zu denken, statt uns in Problemen festzubeißen. Das hilft, die Angststarre zu verlassen und in eine neue Lebendigkeit zurückzufinden. Die Zukunft ist, was wir daraus machen.

Nadine Nentwig arbeitet als Texterin, Bloggerin und Redakteurin. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Ratgeber „Kluge Frauen scheitern anders“ verarbeitet.

In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

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