Wer sind die größten Treibhausgas-Schleudern?

Der größte Faktor, wenn es um Emissionen geht: Energie erzeugen und nutzen.

Der größte Faktor, wenn es um Emissionen geht: Energie erzeugen und nutzen.

Durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl erhöht der Mensch Treibhausgase in der Atmosphäre. Ziel der UN-Klimakonferenz ist es deshalb, dass sich die teilnehmenden Staaten weltweit auf ein Vorgehen verständigen, wie dieser Ausstoß möglichst schnell und umfassend gestoppt wird. Die Rede ist von Kohlendioxid (CO₂), aber auch Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) spielen eine Rolle.

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Will man den Ausstoß nach Ländern unterteilen, fällt auf, dass es insbesondere die Industrieländer sind, die besonders hohe Emissionen haben. Dazu zählt auch Deutschland. Und schaut man auf einzelne Sektoren, fallen Industrie, Verkehr und Landwirtschaft wesentlich stärker ins Gewicht als Privathaushalte.

Industrieländer verursachen Großteil der CO2-Emissionen

Bei den Treibhausgas-Emissionen kann man nach Pro-Kopf-Emissionen rechnen, aber auch nach Ländern. Splittet man den Ausstoß nach Staaten auf, sind China, die USA, die Europäische Union, Indien, Russland und Japan ganz vorne mit dabei. Das zeigt ein 2021 veröffentlichter Bericht der Europäischen Kommission, Edgar genannt. Zusammen machen sie 49,5 Prozent der Weltbevölkerung aus und 61,8 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Aber auch 65,2 Prozent des gesamten weltweiten Verbrauchs an fossilen Brennstoffen und 66,7 Prozent des gesamten globalen fossilen Kohlendioxid.

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China verursacht mit rund zehn Milliarden Tonnen so viel CO₂ wie kein anderes Land – und es wird jedes Jahr mehr. Selbst 2020, im Lockdownjahr durch Corona, nahm der Ausstoß um weitere 1,5 Prozent zu. Nach Berechnungen des Forschungsverbundes Global Carbon Projects war die Volksrepublik 2020 für 31 Prozent der fossilen Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Auch in Indien steigen die fossilen Emissionen.

In der EU ist der Ausstoß im vergangenen Corona-Jahr hingegen um 10,9 Prozent zurückgegangen. Der langfristige Trend sieht dort ebenfalls anders aus als in China: Die fossilen CO₂-Emissionen in der EU sind dem Edgar-Bericht zufolge seit 1990 um 23,2 Prozent zurückgegangen. Trotzdem ist das Niveau aber noch sehr hoch: Allein im Jahr 2019 wurden in der Europäischen Union laut dem letzten Bericht der European Environment Agency (EEA) 3610 Millionen Tonnen CO₂ verursacht.

Die Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden Lockdowns überall auf der Welt hatten offensichtlich nur kurzfristig Einfluss auf die Emissionen. Global dürfte der Ausstoß von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas in diesem Jahr wieder annähernd das Niveau von 2019 erreichen. Im vergangenen Jahr war der globale Ausstoß laut „Global Carbon Projects“ insgesamt um 5,4 bis 5,6 Prozent gesunken.

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Innerhalb der EU fällt der Ausstoß nach Ländern unterteilt dann auch noch einmal unterschiedlich aus. Deutschland, Frankreich, Italien und Polen verursachten zusammen rund 57 Prozent der Emissionen. Deutschland allein steuerte zuletzt über 22 Prozent bei.

Deutschland: Energienutzung verursacht am meisten Emissionen

Für Deutschland erfasst den Ausstoß nach einzelnen Kategorien das Umweltbundesamt. Immer zum 15. März eines jeden Jahres veröffentlicht die Behörde die Daten der Treibhausgas-Emissionen des Vorjahres für Deutschland. Die Erzeugung und Nutzung von Energie ist demnach mit Abstand die bedeutendste Quelle. Der Energiesektor macht rund 85 Prozent der Treibhausgas-Emissionen hierzulande aus. In den Vorjahren war der Anteil ähnlich hoch. Kohlendioxid entsteht dann durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Gas.

Energie wird in allen Bereichen des Lebens benötigt: Hauptverursacher der energiebedingten Treibhausgas-Emissionen ist mit 37 Prozent die Energiewirtschaft, also die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung, Raffinerien sowie Erzeuger von Festbrennstoffen. Danach folgt der Verkehrssektor, mit einem überwiegenden Teil durch den Individualverkehr mit Autos auf den Straßen, mit einem Anteil von rund 25 Prozent. Die Industrie macht 18 Prozent aus, private Haushalte 13 Prozent, und der Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungssektor 6 Prozent.

Auf dem zweiten Platz der größten CO₂-Verursacher im Land befindet sich die Industrie, zusätzlich zu den rund 18 Prozent allein durch die Energienutzung. Sie ist dann noch einmal für einen Anteil an den Gesamtemissionen von rund 8 Prozent verantwortlich. Denn auch bei der Produktion von Gütern und Waren entstehen Emissionen. Auch hier sind es Bereiche, die auf Verbrennungsprozesse angewiesen sind: beispielsweise die Eisen- und Stahl-, Zement- und Chemieindustrie.

Auch Treibhausgase aus Stall und Acker relevant

Ähnlich bedeutend ist auch die Landwirtschaft. Ackerbau und Viehzucht machen einen Anteil von rund 8,2 Prozent aller deutschen Treibhausgas-Emissionen aus. Wiederkäuende Rinder, Mist- und Güllelagerung, stark gedüngte Felder – dadurch werden insbesondere die Gase Methan und Lachgas freigesetzt. Was ein Problem ist, wenn es um das Klima geht: Denn Methan ist 25-fach, Lachgas 298-fach klimaschädlicher als Kohlendioxid, erklärt das Umweltbundesamt.

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Ein gutes Beispiel, dass sich Emissionen gezielt verringern lassen, ist der Bereich der Abfallwirtschaft. Im Jahr 1990 belastete diese noch mit gut 38 Millionen Tonnen an CO₂. Das waren damals rund 3 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. Heute sind es noch rund acht Millionen Tonnen, rund 1,3 Prozent der Gesamtemissionen hierzulande. Der Grund ist, dass mehr als die Hälfte des Hausmülls – vor allem Altpapier, Altglas, Verpackungen und Bioabfall – inzwischen getrennt und weiterverwertet wird. Beim Recycling wird weniger Energie benötigt als bei der Neugewinnung von Rohstoffen.

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