Ungewöhnlich viele Fälle in Deutschland

A‑Streptokokken: Wie gefährlich sind sie – und was hilft dagegen?

Immer mehr Kinder sind in diesem Winter krank.

Immer mehr Kinder infizieren sich derzeit in Großbritannien mit A‑Streptokokken.

Im Winter haben Viren bekanntlich Hochsaison. Ob Corona, Influenzaviren oder das Respiratorische Synzytial-Virus – es gibt gerade genug Gründe, warum Menschen krank werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet noch einen weiteren Erreger: Gruppe-A‑Streptokokken. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres hat die Behörde einen „für die Jahreszeit ungewöhnlich steilen Anstieg“ von Infektionen mit den Bakterien in allen Altersgruppen verzeichnet. Das schreibt die Behörde in ihrem Epidemiologischen Bulletin (1/2023) und bezieht sich dabei auf Analysen der Antibiotika-Resistenz-Surveillance, Übermittlungen nach Länderverordnungen sowie auf Angaben des Nationalen Referenzzentrums für Streptokokken.

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Allerdings würden die Daten zu den Erkrankungen nur „begrenzt“ vorliegen, denn Gruppe-A-Streptokokken-Infektionen sind in Deutschland grundsätzlich nicht meldepflichtig. Das RKI vermutet, dass die erhöhten Inzidenzen durch die weite Verbreitung von Atemwegsviren begünstigt wurden, „die das Risiko von bakteriellen Infektionen wie invasiven Gruppe-A-Streptokokken-Infektionen erhöhen können“. Doch wie gefährlich sind die Bakterien? Und wie kann man sich vor ihnen schützen? Ein Überblick.

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Was sind A‑Streptokokken?

Als A‑Streptokokken oder auch Gruppe-A‑Streptokokken bezeichnet man verschiedene Stämme des Bakteriums Streptococcus pyogenes. A‑Streptokokken sind sehr weit verbreitete Erreger. Die meisten Menschen sind laut RKI asymptomatisch mit ihnen besiedelt, eine Infektion mit bestimmten A‑Streptokokken kann aber vor allem bei Kindern auch verschiedene Krankheitsbilder verursachen.

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Wie werden A‑Streptokokken übertragen?

Atemwegsinfektionen durch A‑Streptokokken werden laut RKI durch direkten oder indirekten Kontakt zwischen Menschen übertragen, weniger häufig durch erregerhaltige Tröpfchen und Aerosole und selten auch durch kontaminierte Lebensmittel und Wasser. Hautinfektionen werden durch den direkten Kontakt mit einer infizierten Person übertragen.

Welche Symptome verursacht eine A‑Streptokokken-Infektion?

A‑Streptokokken sind oft für Infektionen der obere Atemwege verantwortlich. Sie können dann eine Entzündung des Rachens, der Mandeln oder der Nebenhöhlen auslösen oder eine Mittelohrentzündung. Auch Bakterien, die Scharlach auslösen, gehören zu den A‑Streptokokken. Rachenentzündungen, die durch A‑Streptokokken verursacht werden, gehören laut RKI zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindesalter.

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Die meisten Erkrankungen treten hierbei bei Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren auf, Ausbrüche sind aber in allen Altersgruppen möglich. Die Anzahl der Rachenentzündungen, die durch Streptokokken ausgelöst werden, wird in Deutschland auf ein bis anderthalb Millionen pro Jahr geschätzt. Zudem können die Erreger aber auch Wundentzündungen, Entzündungen von Haut und Weichteilgewebe sowie Blutvergiftungen auslösen.

Streptokokken und Scharlach: Was ist der Unterschied?

Scharlach ist eine Erkrankung, die durch verschiedene Arten von A‑Streptokokken verursacht wird. Neben einer Halsentzündung kann bei Scharlach Fieber mit Schüttelfrost und Erbrechen auftreten, und es kommt zu einem typischen Hautausschlag. Nicht alle Arten von Streptokokken lösen eine Scharlacherkrankung aus, aber die Ursache für eine Scharlacherkrankung sind immer A‑Streptokokken.

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Wie gefährlich ist eine Streptokokkeninfektion?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Dezember vergangenen Jahres über einen Anstieg von schweren, teils tödlich verlaufenden Infektionen mit A-Streptokokken in mindestens fünf Ländern berichtet. Dazu gehörten Frankreich, Irland, die Niederlande, Schweden und Großbritannien. Vor allem Kinder unter zehn Jahren waren betroffen.

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In Großbritannien etwa ist die Lage noch immer angespannt: Die UK Health Security Agency berichtete vergangene Woche von einer anhaltenden, höher als erwarteten Scharlach-Aktivität. Allein in der 46. Kalenderwoche (14. bis 20. November 2022) seien 851 Meldungen eingegangen – und die Krankheitskurve zeigt weiter nach oben. Das Durchschnittsalter bei den Infektionen betrug zu diesem Zeitpunkt 50 Jahre. Besonders häufig infizierten sich Kinder zwischen ein und vier Jahren sowie Menschen über 75. Auch vereinzelte Todesfälle sind schon aufgetreten.

Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen lassen sich Streptokokkeninfektionen gut mit Antibiotka behandeln oder klingen von selbst wieder ab. Nur selten gibt es Komplikationen. Nach Einschätzung des RKI kommt es in Deutschland derzeit nicht zu überproportional häufiger schweren Krankheitsverläufen bei Streptokokken-A-Infektionen. Und auch die WHO schätzt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung insgesamt als niedrig ein.

Was ist bei einer Streptokokken-Infektion zu beachten ?

Wer sich mit A-Streptokokken infiziert, sollte zu Hause bleiben, rät das RKI. Mindestens drei bis fünf Tage, beziehungsweise solange, bis sich die Symptome bessern. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt ferner, für die Dauer der Erkrankung eine Bettruhe einzuhalten und den Kontakt zu anderen Personen einzuschränken, um nicht zu riskieren, dass die Erreger weitergegeben werden. Dafür sei es auch wichtig, in die Ellenbeuge oder in ein Taschentuch zu niesen oder husten und dabei Abstand zu anderen einzuhalten oder sich abzuwenden. Regelmäßig sollten die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden.

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An Scharlach erkrankte Kinder dürfen zudem vorübergehend keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten besuchen. Bei einer Erkrankung müssten Eltern die jeweiligen Einrichtungen über den Krankheitsfall informieren, merkt die BZgA an. Sollte eine Halsentzündung mit Fieber oder ein Hautausschlag auftreten, ist es außerdem ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren. Diese können dann zum Beispiel entsprechende Antibiotika verschreiben.

Laut RKI sind Antibiotika wie Penicillin, Amoxicillin und Ampicillin das Mittel der Wahl bei einer Infektion mit A‑Streptokokken. Auch eine Therapie mit Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine sei möglich. Gegen all diese Antibiotika, die zur Gruppe der β‑Laktame gehören, seien bei Streptococcus pyogenes weltweit keine Resistenzen bekannt.

Wir haben diesen Text am 16. Januar aktualisiert.

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