Zero-Waste-Periode: Nachhaltige Alternativen zu Tampons und Co.

Die Menstruation einer Frau sollte kein Tabuthema sein – auch nicht im Hinblick auf den Umweltschutz.

Die Menstruation einer Frau sollte kein Tabuthema sein – auch nicht im Hinblick auf den Umweltschutz.

Periodenprodukte gibt es seit Jahrzehnten in Drogerie- und Supermärkten im Überfluss. So richtig nachhaltig sind Wegwerfprodukte wie Tampons oder Binden allerdings nicht. Alternativen bieten inzwischen zum Beispiel Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche. Ein Überblick.

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Die Periode kostet Ressourcen und Geld

In ihrem Leben verbraucht eine Frau dem BUND zufolge bis zu 17.000 Binden oder Tampons – Einwegprodukte, die im Restmüll oder schlimmer noch im Abfluss oder in der Natur entsorgt werden. Die Periode einer Frau verursacht aber nicht nur eine Menge Müll, sondern ist langfristig auch sehr teuer.

Laut einer Umfrage der britischen „Huffington Post“ gibt eine Frau im Laufe ihres Lebens etwa 18.450 Pfund, umgerechnet also 20.700 Euro, für die Periode aus. In der EU werden auf Produkte wie Tampons oder Binden nämlich mindestens 5 Prozent Steuern erhoben – auch in Deutschland. Seit 2020 werden sie hierzulande noch immer mit 7 anstelle von 19 Prozent versteuert.

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Wer langfristig also Geld und Müll sparen möchte, kann auf nachhaltigere Alternativen umsteigen:

Die Menstruationstasse

Eine inzwischen relativ verbreitete Alternative zum Tampon stellt die Menstruationstasse dar. Sie besteht aus medizinischem Latex oder Silikon und ist in verschiedenen Größen und Farben verfügbar. Im Gegensatz zu Tampons saugt die Tasse das Blut nicht auf, sondern sammelt es.

So funktioniert‘s: Die Tasse wird zum Auffangen des Menstruationsbluts in die Vagina eingeführt. Dabei wird sie zweimal zusammengefaltet und öffnet sich erst im Inneren wieder. Die Tasse sollte mehrmals täglich geleert und ausgespült werden, danach kann sie aber bedenkenlos wieder eingeführt und weiterverwendet werden.

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Vorteile: Menstruationstassen sind eine müllfreie Alternative zu Tampons. Sie sind äußerst robust und können viele Jahre lang wiederverwendet werden. Der Preis ist mit rund 20 Euro pro Exemplar auf lange Sicht außerdem deutlich geringer als beim Kauf von Einweg-Tampons. Zudem trocknet eine Menstruationstasse die Vagina nicht so stark aus und ist vor allem auch beim Schwimmen oder Sport sicher und angenehm zu tragen.

Nachteile: Das Einführen einer Menstruationstasse kann besonders für Anfängerinnen nicht immer leicht sein und erfordert Übung. Außerdem ist eine gründliche Reinigung der Tasse nach jeder Periode Pflicht, um Keime abzutöten. Einige Mädchen und Frauen empfinden den direkten Kontakt mit dem Menstruationsblut außerdem als unangenehm.

Periodenunterwäsche

Immer mehr Frauen schwören während ihrer Menstruation auf Periodenunterwäsche. Was aussieht wie ein normaler Slip, soll eine echte Alternative zu Binden und je nach Stärke der Blutung auch Tampons bieten. Mehrere Schichten nehmen das Menstruationsblut auf und verhindern das Auslaufen.

So funktioniert‘s: Periodenunterwäsche wird wie ein normaler Slip getragen. Besonders Frauen, die nur leichte Blutungen haben, brauchen diese über den Tag gar nicht oder nur selten zu wechseln, ansonsten wird sie alle paar Stunden ausgetauscht. Nach dem Tragen wird die Periodenunterwäsche mit kaltem Wasser ausgespült und dann ganz normal in der Waschmaschine gewaschen. Die Höschen können entweder alleine oder in Kombination mit zum Beispiel einer Menstruationstasse getragen wegen.

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Vorteile: Zahlreiche Hersteller versprechen einen komfortablen Sitz und vor allem ein trockenes Gefühl beim Tragen von Periodenunterwäsche, ein Periodenslip ist nämlich so saugstark wie zwei Tampons. Inzwischen gibt es verschiedene Modelle, sodass jede Frau auch stiltechnisch fündig wird. Die Unterwäsche ist waschbar und kann einige Jahre lang getragen werden. Eine antibakterielle Schicht sorgt dafür, dass sich keine unangenehmen Gerüche bilden.

Nachteile: Periodenunterwäsche hat ihren Preis. Ein Slip kostet selten unter 30 Euro – die Anschaffungskosten eines ganzen Sets für die Dauer der Periode sind also ziemlich teuer. An starken Tagen müssen Sie die Periodenunterwäsche außerdem häufiger wechseln, da sie nicht allzu lange dicht hält.

Waschbare Binden und Slipeinlagen

Neben Periodenunterwäsche gibt es auch die Möglichkeit, waschbare Binden oder Slipeinlagen als Alternative zu den Wegwerfprodukten zu verwenden. Auch sie sind waschbar und es gibt sie in verschiedenen Größen und Stärken.

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So funktioniert‘s: Je nach Modell lassen sich die Binden mit einem Knopf- oder Klettverschluss im Slip befestigen. Mehrere Schichten sorgen dafür, dass das Menstruationsblut aufgenommen wird und nichts ausläuft. Nach dem Tragen wird auch eine wiederverwendbare Binde oder Slipeinlage mit kaltem Wasser ausgespült und anschließend gewaschen.

Vorteile: Waschbare Binden sind meist deutlich preiswerter als Periodenunterwäsche, Sets gibt es bereits ab ungefähr 20 Euro. Auch das Wechseln über den Tag ist ähnlich komfortabel wie bei einer normalen Binde, da nicht wie bei dem Periodenslip das gesamte Höschen ausgetauscht werden muss.

Nachteile: Wie auch Periodenunterwäsche müssen Stoffbinden häufig gewaschen werden. Da für die gesamte Periode mehrere Exemplare angeschafft werden sollten, ist auch hier ein höherer Anschaffungspreis von Nöten. Frauen, die zu starkem Schwitzen neigen, könnten zudem Probleme mit den dickeren Stoffschichten haben.

Plastikfreie Menstruationsschwämme

Eine weitere Möglichkeit, konventionelle Tampons zu ersetzen, sind Menstruationsschwämme. Dabei handelt es sich um ein Naturprodukt, das nach der Anwendung ausgespült und wiederverwendet werden kann.

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So funktioniert‘s: Ähnlich wie ein Tampon werden auch Menstruationsschwämme in die Vagina eingeführt. Sie saugen das Blut auf und werden zum Wechselzeitpunkt mit ausreichend kaltem Wasser ausgespült. Ausgewrungen kann der Schwamm dann wieder eingeführt und weiterverwendet werden.

Vorteile: Ein Menstruationsschwamm ist eine plastikfreie Alternative zum Tampon und damit frei von Kunststoff oder anderen Schadstoffen. Durch das weiche Material passt er sich jeder Frau an und ist daher sehr angenehm zu tragen. Er trocknet die Vagina weniger aus als ein Tampon und kann außerdem während des Geschlechtsverkehrs getragen werden. Einen Schwamm gibt es bereits ab 5 Euro und er kann bis zu einem Jahr wiederverwendet werden.

Nachteile: Ähnlich wie bei der Menstruationstasse erfordert auch die Verwendung eines Menstruationsschwamms etwas Übung, da er nicht über ein Rückholbändchen verfügt. Auch er muss regelmäßig sterilisiert werden, etwa mit heißem Wasser.

Freies Menstruieren

Das freie Menstruieren ermöglicht es Ihnen, die Zeit Ihrer Periode auch ohne Binden, Tassen oder Tampons zu überbrücken. Die Methode spart nicht nur Müll, sie hilft auch, den Körper besser kennenzulernen.

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So funktioniert‘s: Beim freien Menstruieren verlieren Frauen ihr Menstruationsblut ausschließlich beim Toilettengang: Sie spüren nämlich, wenn eine Blutung eintritt. Wer diese Methode beginnen möchte, kann zu Beginn zusätzlich eine Binde tragen oder sich nachts ein Handtuch umbinden. Ansonsten gilt: auf den Körper hören.

Vorteile: Freies Menstruieren spart natürlich Müll, da keine weiteren Periodenprodukte verwendet werden müssen. Damit fällt auch die gesundheitliche Belastung durch Chemikalien oder das Risiko für Erkrankungen wie das Toxische Schocksyndrom weg. Verfechterinnen berichten außerdem von einer Linderung der Periodenbeschwerden.

Nachteile: Der offensichtlich größte Nachteil des freien Menstruierens ist das Risiko, die Wäsche zu verschmutzen, wenn eine Toilette nicht mehr schnell genug erreicht wird. Sie ist daher nicht für Frauen geeignet, die viel unterwegs sind oder einen stressigen Alltag haben – denn nur in Ruhe ist es möglich, die volle Konzentration auf den eigenen Körper zu richten.

Wichtig: Der eigene Komfort geht vor

Jede Frau sollte die für sich angenehmste Methode wählen, wenn es um die eigene Periode geht. Selbstverständlich braucht es bei der Anwendung der verschiedenen Produkte etwas Übung, und für einige Frauen kommt aufgrund körperlicher Voraussetzungen vielleicht auch nicht jede Methode infrage. Reden Sie daher am besten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt und informieren Sie sich über die einzelnen Möglichkeiten.

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