Schleswig-Holstein: Mehr Menschen mit Hautkrebs im Krankenhaus behandelt
Lübeck. Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen mit der Diagnose Hautkrebs ist in Schleswig-Holstein in 2021 wieder angestiegen. 2866 Patienten wurden deswegen in Kliniken stationär behandelt. Das sind 7,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2020 waren es noch 2657 Patienten, berichtet die AOK NordWest auf Basis aktueller Daten des Statistischen Bundesamts. „Aufgrund der wieder steigenden Zahlen raten wir, unbedingt die kostenfreien Angebote der gesetzlichen Krankenkassen zur Hautkrebs-Früherkennung zu nutzen. Denn es ist wichtig, Hautkrebs so schnell wie möglich zu behandeln“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.
Hautkrebs fast immer heilbar
Durch das Screening ist es möglich, bereits Frühstadien von Hautkrebs zu erkennen. Das ist umso wichtiger, da die Krankheit zunächst keine Beschwerden verursacht. „Hautkrebs ist fast immer heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird“, so Ackermann. Doch das kostenfreie Screening wird nur wenig genutzt: Lediglich 11,2 Prozent der AOK-Versicherten in Schleswig-Holstein nutzten 2021 dieses Angebot. Im Jahr 2019 waren es noch 13,3 Prozent. Die geringe Inanspruchnahme setzt sich auch im ersten Halbjahr 2022 fort. Mit sechs Prozent liegt sie unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2019 mit 7,9 Prozent.
Hautkrebs ist oft früh erkennbar
Das Hautkrebs-Screening ist eine rein visuelle Untersuchung der gesamten Haut. Der Arzt sucht dabei den Körper von Kopf bis Fuß auf verdächtige Pigmentmerkmale ab wie zum Beispiel Muttermale, Leberflecken oder Altersflecken. Da die Haut so gut zugänglich ist wie kein anderes menschliches Organ, sind die verschiedenen Krebsarten bereits im Frühstadium gut zu finden. Die gefährlichste Hautkrebsart ist der schwarze Hautkrebs, auch Malignes Melanom genannt. Aber auch die hellen Hautkrebsarten, Basalzellkarzinom und Stachelzellkarzinom, sollten möglichst frühzeitig behandelt werden, denn dann ist die Krankheit fast vollständig heilbar.
Hautkrebs-Screening ab 35 Jahren kostenlos
„Es ist wichtig, die Chance der frühen Diagnostik zu nutzen“, rät AOK-Chef-Ackermann. Das Hautkrebs-Screening übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre für ihre Versicherten vom 35. Geburtstag an. Die AOK NordWest bietet ihren Versicherten das Hautkrebs-Screening als Mehrleistung bereits im Alter von 20 Jahren an.
LN