Hunderte Christen gehen auf historischen Kreuzweg in Lübeck
Lübeck. Erstmals in neuerer Zeit ging mit Jan Lindenau auch ein Lübecker Bürgermeister den historischen Kreuzweg, der seit 1994 wieder begangen wird. Während die Polizei die Teilnehmerzahl mit 700 angab, sprachen die Veranstalter von etwa 900 Menschen. Alle Redner gingen in ihren Ansprachen auf den Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame ein.
Hamburgs Erzbischof Stefan Heße sagte, die Fähigkeit der Menschen zu lieben und mitzufühlen sei das, was die Welt zusammenhalte. Das habe das gemeinsame Schweigen und Gedenken von Menschen aus aller Welt und aller Glaubensrichtungen nach dem Brand eindrücklich gezeigt.
1,6 Kilometer bis zum Jerusalemsberg vor dem Burgtor
Die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs sagte, dass die Hoffnung, die durch das christliche Kreuz verkörpert werde, die Welt trotzt aller Angst zusammenhalte. Ein Symbol dafür sei es, dass das Kreuz und die Pietá auf dem Altar der Pariser Kathedrale das Feuer nahezu unbeschadet überstanden hätten.
Der rund 1,6 Kilometer lange Weg von der Seefahrerkirche St. Jakobi bis zum Jerusalemsberg vor dem Burgtor stammt aus dem 15. Jahrhundert. Historiker halten ihn für den ältesten noch begangenen Kreuzweg Deutschlands. Er soll an den Weg erinnern, den Jesus gemäß der Überlieferung nach seiner Verurteilung bis zum Ort seiner Kreuzigung in Jerusalem gegangen ist.
RND/dpa
LN