Travemünde bekommt doch noch ein Schwimmbad
Travemünde. Nun also doch: Ein alter Wunsch der Travemünder geht in Erfüllung. Im Seebad wird ein öffentliches Schwimmbad gebaut. Die Deutsche Immobilien AG aus Rostock will auf dem ehemaligen Aqua-Top- Areal ihr Volkshotel errichten und dazu ein Bad für die Öffentlichkeit — direkt an der Ostsee. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Architektenwettbewerb hervor. Darin ist der Bau eines Bades mit einem Zehn- mal-25-Meter-Becken drinnen und einem Acht- mal-20-Meter-Becken draußen geplant. Hinzu kommen ein Kinderbad — und eine Saunalandschaft. „Ja, es soll ein öffentliches Schwimmbad geben“, bestätigt Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). „Darüber freuen wir uns sehr.“ Der Chef des Koordinierungsbüros Wirtschaft (KWL), Dirk Gerdes, stimmt zu: „So ist der Plan.“
In Warnemünde hatte die Deutsche Immobilien erst im April ein Hotel plus Seebad eröffnet. Dort kostet die Tageskarte fürs Bad 14 Euro. Wer das Becken früh oder spät nutzen will, muss zwischen fünf und neun Euro hinlegen. „Das wäre auch etwas für die breitere Masse“, freut sich Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff. Ein Schwimmbad bezeichnet er als „einen lang gehegter Wunsch der Bürger“. Zudem verlängere es für Travemündes Gäste die Saison. Das sei vor allem in der Konkurrenz-Situation zu anderen Ostseebädern wichtig. „Wir wollen auch die Aufenthaltsdauer der Touristen bei uns verlängern“, sagt Kirchhoff. Ein Schwimmbad sei ein wichtiger Faktor. „Es würde Travemünde ungemein bereichern.“ Andrea Gastager, Chefin der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM), ist ebenfalls begeistert:
„Das geplante Schwimmbad bietet ein wetter- und saisonunabhängiges Freizeitvergnügen und Wellness für alle.“ Das sei wichtig für die touristische Infrastruktur „und das Serviceangebot“.
Einzig die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (TWG) ist nicht zufrieden. „Wir begrüßen zwar das Investment“, sagt Vorsitzender Christian Gomlich. „Aber wir halten an den Plänen eines Erlebnisbades fest.“ Die TWG unterstützt den süddeutschen Investor Josef Wund, der für 30 bis 40 Millionen Euro ein Badeparadies bauen will. Knackpunkt: Wund fordert Geld vom Land und einen jährlichen Zuschuss von der Stadt. Doch es liegen keine Pläne vor, deshalb hat es auch keine Gespräche gegeben, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Das A-ja Volkshotel hingegen ist in Kiel bekannt. Darüber habe man sich unterhalten. Ein Antrag auf Förderung wurde nicht gestellt. In ihrer Bewerbung um das Aqua- Top-Grundstück hatte die Deutsche Immobilien AG auch immer betont, dass ihr Projekt ohne Zuschüsse auskommt.
Bis es losgeht, wird es noch dauern. 2016 könnten die ersten Badegäste in dem Schwimmbecken kraulen. Denn der Architektenwettbewerb für die komplette Hotel-Anlage ist jetzt ausgeschrieben und soll am 25. Oktober ein Ergebnis bringen. Zehn Büros nehmen daran teil — darunter auch zwei Lübecker. „Wir sind mit Volldampf dabei“, sagt Hans-Joachim Hasse, Geschäftsführer der Deutschen Immobilien Rostock. Wenn die konkreten Pläne vorliegen, muss die Bürgerschaft den Verkauf noch endgültig absegnen — im November. Die Deutsche Immobilien AG legt 4,6 Millionen Euro Kaufpreis auf den Tisch für das 15 000 Quadratmeter große Grundstück. Die Rostocker wollen 46 Millionen Euro investieren und 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Hinter der Deutschen Immobilien Rostock steckt der reiche Reeder Horst Rahe von der Deutschen Seereederei.
In Travemünde geht es um den Bau eines Hotels mit 250 Zimmern, Restaurant, zwei Bars sowie Schwimmbad samt Bistro und Wellness-Bereich. Hinzu kommt ein Appartementhaus mit 147 Ferienwohnungen auf 8000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Das Baurecht wird es Ende 2014 geben. Die ersten Bagger könnten 2015 auf dem ehemaligen Aqua-Top-Gelände rollen. 2016 wäre dann Eröffnung des A-ja Volkshotels.
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Zur vollständigen AnsichtJosephine von Zastrow
LN