Warum das Schiffswrack von Heiligenhafen nicht geborgen wird
Heiligenhafen. Mehr als 50 Jahre liegt es bereits am Boden der Ostsee: das Wrack eines ehemaligen Fischkutters, der vor Ortmühle in Heiligenhafen gesunken war. Den Blick auf die Überreste können Strandbesucher allerdings nur erhaschen, wenn extremes Niedrigwasser herrscht und die Ostsee sich weit zurückgezogen hat. Zuletzt hatte Christian Haskamp das Wrack Anfang des Jahres gesichtet.
Jetzt bestätigt auch das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA), dass es sich dabei um die Reste des Fischkutters handelt, der Anfang der 1970er Jahre gesunken ist. „Es handelt sich um ein Spitzgatter, etwa zehn Meter lang“, sagt Sprecherin Janett Hoff. An Bord war ein Feuer ausgebrochen, aufgrund dessen das Schiff von der Bootswerft Rathje gelöst wurde. Es trieb dann in Richtung Land und sank.
Experten prüfen Gefahr durch das Wrack
„Durch das ehemalige WSA Lübeck wurden daraufhin alle losen Teile, der Motor und das Steuerhaus geborgen“, berichtet Hoff. „Der Rest wurde vor Ort belassen.“
Aber wird das Wrack damit nicht zur Gefahr? Um das zu vermeiden, finden regelmäßige Kontrollen statt. Überprüft wird vor allem, ob sich Teile gelöst haben. Diese werden dann geborgen.
Die Entscheidung, ob Wracks im Meeresgrund verbleiben können, ist stets im Einzelfall zu beurteilen. Entscheidend sei, dass das Heiligenhafener Wrack außerhalb von Schifffahrtswegen liegt und somit keine Gefahr darstellt.
Bereich ums Wrack ist kein Badestrand
Auch Strandbesucher seien nicht betroffen. „Da dieser Bereich von Badenden nicht genutzt wird, ist eine Gefahr für diese ausgeschlossen“, sagt Hoff. Wäre dies anders, hätte man das Wrack sofort geborgen.
So ist es beispielsweise bei der „Rügen II“ passiert. Auch sie war vor Ortmühle gesunken und lag zunächst fast 20 Jahre am Boden der Ostsee. Das Schiff sollte eigentlich zur Teerhofinsel bei Lübeck geschleppt werden, um dort instand gesetzt zu werden. Doch seine letzte Fahrt überstand es nicht. Bei Sturm hielt der Anker nicht, und das Schiff lief auf Grund.
2007 beschloss das WSA die Bergung. Denn das Wrack drohte zu verfallen und wurde so immer mehr zur Gefahr. Keine einfache Sache, denn es lagen noch rund 20 Tonnen Holz und die gleiche Menge Eisen am Meeresgrund.
LN