Jugendamt entscheidet nicht allein

Ostholstein: Dann kommen Kinder ins Heim

120 Kinder leben in den elf Jugendhilfeeinrichtungen, die es in Ostholstein gibt. (Symbolbild)

Eutin. Elf stationäre Jugendhilfeeinrichtungen gibt es im Kreis Ostholstein. Die Kinder und Jugendlichen, die dort leben, wurden vom Jugendamt hergebracht. Aktuell befinden sich rund 120 Kinder und Jugendliche in den Heimen. Betrieben werden sie von anerkannten Freien Trägern der Jugendhilfe. Dazu gehören der Kinderschutzbund und der Kreis selbst.

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Die Finanzierung erfolgt über sogenannte Leistungsvereinbarungen. Diese werden zwischen dem Kreis und den Trägern abgeschlossen. Kreissprecherin Annika Sommerfeld erläutert: „In diesen werden Tagessätze pro Platz für die vereinbarte Leistung vertraglich geregelt. Pro Kind wird also für die entsprechende Leistung aus Jugendhilfemitteln des Kreises Ostholstein ein Tagessatz gezahlt.“ Das Geld werde dann unter anderem für Personal, Lebensmittel und Fahrtkosten verwendet.

Heim oder Pflegefamilie?

Stellt sich die Frage, wie ein Kind in eine vollstationäre Einrichtung kommt. Grundlage hierfür ist das Sozialgesetzbuch. Aus diesem geht hervor, dass die Sorgeberechtigten entsprechende Anträge für eine Unterbringung stellen können. Ebenso kann aber auch der Fachdienst Soziale Dienste der Jugendhilfe eine Notwendigkeit feststellen. „Dieses Hilfeplanverfahren findet unter Einbeziehung aller Beteiligten und unter deren Mitwirkung statt“, sagt Sommerfeld. Hierbei würden umfänglich der Bedarf einer Unterstützung, die Notwendigkeit und die Art der Maßnahme ermittelt sowie, ob diese geeignet seien.

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Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass darüber entschieden wird, ob ein Kind in eine Einrichtung oder eine Pflegefamilie kommt. Die Sorgeberechtigten und die Kinder (altersabhängig) sowie Jugendlichen müssen damit einverstanden sein. Dies ist eine Art Grundlage für eine angestrebte positive Entwicklung.

Zu beachten sei, dass nicht alle Kinder und Jugendlichen aufgrund ihres notwendigen pädagogischen Bedarfs in einer Pflegefamilie betreut werden können. Einige würden ein professionelles pädagogisches Angebot benötigen. Und eben dieses muss erst einmal zur Verfügung stehen.

So lange bleiben Kinder in Heimen

Unterschiedlich ist, wie lange die Betroffenen in den Einrichtungen bleiben. Während manche Kinder nur wenige Tage da sind, bleiben andere viele Jahre. Häufig müssen sie sich, wenn sie 18 Jahre alt werden, eine neue Bleibe suchen. Jedoch kommt es vor, dass sie länger bleiben dürfen, um notwendige Hilfe zu erfahren.

LN

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