Seifenoper im Schnee: So ist die ARD-Serie „School of Champions“
In seinem Kulthit „Schifoan“ pries Liedermacher Wolfgang Ambros Skifahren als das „Leiwandste“ an, was man sich nur vorstellen kann, sprich: Es macht einen Heidenspaß. Doch der unbeschwerte Spaß wird den Schülern an der Ski-Akademie Gastein schnell ausgetrieben – Drill, Druck und persönlicher Ehrgeiz bringen die Profis von morgen an ihre Grenzen, und der rätselhafte Tod eines Schülers lastet auf dem Elite-Internat. Die achtteilige Serie „School of Champions“ erzählt vom Alltag an diesem höchst fragwürdigen Sportgymnasium – es ist eine Seifenoper im Schnee, die um fünf Schüler der Kaderschmiede kreist.
Im Mittelpunkt steht dabei die ehrgeizige Dani Strobl (Emilia Warenski). Um einen Platz an der ruhmreichen Ski-Akademie zu ergattern, betrügt sie ihre schnellere Schwester, indem sie bei einem wichtigen Rennen die Startnummern vertauscht. Beim anschließenden Probetraining fällt Dani zwar eigentlich durch, dennoch ergattert sie einen der begehrten Plätze im neuen Jahrgang. Der Grund: Schulleiter Mark Auer (Jakob Seeböck) und Verwaltungsrat Schiesstl (halb Schleimer, halb Tyrann: Gregor Seberg), ein mit der Wintersport-Schickeria verbandelter Zampano, stehen seit dem mutmaßlichen Suizid des Schülers Paul unter Zugzwang. Die Sponsoren sind auf dem Absprung, gute PR muss her, um die Finanzierung zu sichern – und Dani als Tochter eines Landwirts aus der Region soll als Aushängeschild für die Akademie herhalten.
Ganz viel Drama auf den Brettern
Der Weg der jungen Sportasse, die in die Fußstapfen eines Marco Odermatt, eines Hermann Maier oder einer Lindsey Vonn treten wollen, ist steinig. Die Lehrer setzen sie unter Druck, auch die verantwortungsvolle Lehrerin Franziska (Josephine Ehlert) will Ergebnisse sehen. Besonders Danis Zimmergenossin Nawal (Luna Mwezi) hat es schwer: Sie verletzt sich beim Training, schluckt gefährliche Medikamente gegen die Schmerzen und wird zu allem Überfluss von einem Ekeltrainer heimlich in der Umkleide gefilmt. Derweil feiert Dani Erfolge. Als sie und der psychisch auffällige Mitschüler Lucas (Mikka Forcher) zu einem PR-Event geschleift werden, um vor Schampus schlürfenden Gästen ihr Können zu zeigen, geschieht ein Unglück.
Die Serie verknüpft Szenen rund ums harte Training mit Geschichten von Schülern und Pädagogen, die ihre Machtpositionen teilweise übel ausnutzen. Das Gesicht von Lehrer Albin dürfte vielen Zuschauerinnen und Zuschauern bekannt vorkommen: Er wird von Ferdinand Hofer gespielt, dem lustigen Kriminalassistenten Kalli Hammermann aus dem Münchner „Tatort“. Im Lauf der acht Folgen rückt immer mehr Nikki (Imre Lichtenberger) in den Mittelpunkt, der Sohn des Schulleiters – er glaubt nicht, dass Pauls Tod ein Suizid war, und beginnt nachzuforschen. Nikki hört sich im Ort Gastein um, und die schmucklosen Impressionen von bäuerlichen Stuben und Höfen sind eine Besonderheit der Serie: Das ist authentisch und ganz weit weg von der romantischen Verklärung der Alpenwelt bei „Bergdoktor“ und Co.
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Zur vollständigen AnsichtLiebe, Ski und Leistungsdruck: Die Handlung der Wintersportsaga (Drehbuch: Samuel Schultschik) entspricht eher einer Anfängerpiste als der anspruchsvollen Streif. Insgesamt kann sich der Mix aus Drama, Krimi und Highschool-Feeling zwar dennoch sehen lassen, aber ausgerechnet die Abfahrtszenen auf Hängen und Pisten (für die Skiszenen wurden Nachwuchsathletinnen und -athleten engagiert) sind nicht sonderlich rasant geraten. Die Serie kommt aus dem Ski-Land Österreich, entstand als Kooperation des ORF mit ARD und Schweizer Fernsehen. Ein deutsches Äquivalent würde wohl an einem Fußballinternat spielen, und statt der österreichischen Wintersportlegende Thomas Morgenstern hätte dann vielleicht Lothar Matthäus einen kleinen Gastauftritt. Der ORF arbeitet bereits an einer zweiten Staffel der TV-Saga aus dem Schnee.
„School of Champions“ ist bereits in der ARD-Mediathek streambar und ab dem 14. Februar um 20.15 Uhr erfolgt dann die Free-TV-Premiere im Ersten mit den ersten zwei Folgen. Weitere Folgen laufen am 17. Februar ab 23.50 Uhr und am 18. Februar ab 0.10 Uhr.