Nach Vulkanausbruch in Neuseeland: Taucher suchen nach letzten Opfern vor der Insel
Whakatane. Polizeitaucher haben nahe der neuseeländischen Insel White Island am Samstag nach den letzten Vermissten des jüngsten Vulkanausbruchs gesucht. Die Sichtweite unter Wasser liege zwischen null und zwei Metern, sagte Polizeioffizier John Tims. Sie hätten eine Menge tote Fische gesichtet, aber keine Leichen. Die Bedingungen seien einzigartig und herausfordernd. Das Wasser sei so giftig, dass die Taucher nach jedem Tauchgang abgewaschen werden müssten.
Der Vulkan auf White Island war am Montag ausgebrochen, als sich der Polizei zufolge 47 Touristen auf dem Eiland etwa 50 Kilometer vor der neuseeländischen Nordinsel aufhielten, unter ihnen vier Deutsche. Rauch und Asche wurden mehr als 3500 Meter hoch geschleudert. Mindestens 16 Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt, elf von ihnen ging es sehr schlecht.
Fremdenführer und Bootskapitän werden noch vermisst
In einer vierstündigen Bergungsaktion am Freitag entdeckten zwei Spezialistinnen und vier Spezialisten sechs Leichen auf der Insel, vermutlich Australier. Vermisst wurden noch ein Fremdenführer und ein Bootskapitän aus Neuseeland. Wissenschaftler hatten gewarnt, dass die Luft auf der Insel immer noch so giftig sei, dass ein einzelner Atemzug tödlich sein könne.
Ministerpräsidentin Jacinda Ardern rief die Neuseeländer für Montag zu einer Schweigeminute für die Opfer auf. Um 14.11 Uhr Ortszeit, genau eine Woche nach dem Ausbruch, sollten alle einen Augenblick innehalten und ihrer Trauer um die Toten und ihrer Unterstützung für die Angehörigen Ausdruck geben.
RND/AP