Viele kennen ihn nicht: Dieser Stadtwald ist doppelt so groß wie der Central Park
Wer an außergewöhnliche Naturziele in Deutschland denkt, hat meist die Alpen, die Strände der Ostsee oder Mittelgebirge wie den Schwarzwald oder den Harz vor Augen. Dass sich einer der bemerkenswertesten Stadtwälder Europas mitten in Niedersachsen versteckt, wissen dagegen die wenigsten.
Dabei ist die Eilenriede nur wenige Minuten von Hannovers Zentrum entfernt – und so groß, dass sie den berühmten Central Park in New York deutlich übertrifft.
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Eilenriede ist doppelt so groß wie der Central Park
Rund 640 Hektar umfasst das Waldgebiet im Osten der niedersächsischen Landeshauptstadt – damit ist die Eilenriede fast doppelt so groß wie die bekannteste Grünfläche Manhattans. Zwar gibt es in Europa und selbst in Deutschland größere Waldgebiete innerhalb von Städten, doch kein anderer zusammenhängender Stadtwald reicht so weit in eine Großstadt hinein und prägt ihren Charakter derart stark.
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Für die Menschen in Hannover ist die Eilenriede deshalb weit mehr als ein Wald. Sie ist die grüne Seele der Stadt. Jogger drehen ihre Runden, Familien treffen sich auf Spielplätzen, Radfahrer nutzen die kilometerlangen Wege und Spaziergänger suchen zwischen den alten Baumriesen eine Pause vom Alltag.
Wer unter den Buchen, Eichen und Kiefern entlangspaziert, radelt, reitet oder joggt, verliert schnell das Gefühl, sich mitten in einer Großstadt zu befinden. Statt Verkehrslärm bestimmen Vogelgezwitscher und das Rascheln der Blätter die Geräuschkulisse.
Hannovers Stadtwald ist über 600 Jahre alt
Dabei hat der Wald eine Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Seit dem 14. Jahrhundert befindet er sich im Besitz der Stadt. Der Name der Eilenriede, der so viel wie Erlenwald in feuchtem Gelände bedeutet, stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Tatsächlich verhinderten die sumpfigen Böden über Jahrhunderte eine Besiedlung.
Zwischen den Bäumen sind die Spuren der Vergangenheit bis heute sichtbar. Mehrere historische Wehrtürme erinnern an die mittelalterlichen Befestigungsanlagen Hannovers. Besonders bekannt ist der Döhrener Turm aus dem Jahr 1382, der einst Teil der Verteidigungsanlagen rund um die Stadt war.
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Zur vollständigen AnsichtIm nördlichen Teil der Eilenriede ist außerdem eines der letzten historischen Rasenlabyrinthe Deutschlands zu finden. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde es erstmals in der Stadtchronik erwähnt. Beim „Rad“ handelt es sich um ein Überbleibsel aus der altgermanischen Zeit. Früher diente es als Stätte für Tänze und den „Brautlauf“, der um die Linde in seiner Mitte stattfand – heute ist es nur noch ein hübscher Erholungsort.
Ausflugstipp: Das kannst du in der Eilenriede erleben
80 Kilometer Fußwege, 38 Kilometer Radwege und elf Kilometer Reitwege durchziehen das Gebiet. Wer möchte, kann hier stundenlang unterwegs sein, ohne dieselbe Strecke zweimal einzuschlagen. Wer es sportlich mag, findet darunter auch Halbmarathon-Laufstrecken, Mountainbike-Routen und einen Trimm-dich-Pfad.
Zudem gibt es zehn Spielplätze, zwölf Liegewiesen, einen Minigolfplatz, einen Hochseilgarten sowie Kiosk, Waldcafé und Restaurant für das leibliche Wohl. Familien können hier problemlos einen ganzen Tag verbringen.
Heute steht der Wald nicht nur für Freizeit und Erholung, sondern auch für Artenvielfalt. Rehe, Füchse, Marder, Eichhörnchen und Hasen leben hier ebenso wie über 100 Vogelarten. Empfehlenswert ist ein Abstecher in die Waldstation, die Besucherinnen und Besuchern die heimische Tier- und Pflanzenwelt näherbringt.
Hier gibt es nicht nur Erlebnis- und Mitmachstationen, sondern auch einen Baumlehrpfad, einen Heilpflanzengarten sowie einen 32 Meter hohen Aussichtsturm, von dem man die Eilenriede von oben betrachten kann.
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Zur vollständigen AnsichtIm Südosten schließt der Hermann-Löns-Park an das Waldgebiet an. Historische Bauernhäuser, Mühlen, Teiche und weitläufige Wiesen verleihen ihm einen ländlichen Charme. Außerdem liegt dort das Kleefelder Annabad, das im Sommer für Abkühlung sorgt. Am südwestlichen Ende trifft die Eilenriede auf den Maschsee, Hannovers anderes Wahrzeichen. Und im Westen der Eilenriede schließt der Erlebnis-Zoo Hannover an.
Eilenriede: Alle Infos zum Besuch
Anfahrt: Parkplatz Walderseestraße oder U-Bahn-Stationen Lister Platz, Zoo, Kantplatz, Döhrener Turm, Zuschlagstraße, Bleekstraße
Für Familien: Waldstation, Hochseilgarten im Wakitu-Spielplatz, Minigolfplatz, Zoo Hannover
Gastronomie: Waldcafé Milchhäuschen, Restaurant Steuerndieb, Biergarten Lister Turm, Kioskcafé Waldsonne
Beste Besuchszeit: Reizvoll ist die Eilenriede zu jeder Jahreszeit. Im Frühling verwandeln Buschwindröschen den Waldboden in ein weißes Blütenmeer. Im Sommer spenden die alten Baumkronen angenehmen Schatten, während sie sich im Herbst in ein Farbenspiel aus Gold, Rot und Orange verwandeln. Selbst im Winter hat der Wald seinen Reiz, denn es gibt insgesamt vier Rodelberge.
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