Mit eigener Bahn: Das ist die längste Vergnügungsseebrücke der Welt
Nur etwa zwei Stunden von London entfernt befindet sich eine weltweit einzigartige Attraktion: In dem Küstenstädtchen Southend-on-Sea in der Grafschaft Essex ragt die längste Vergnügungsseebrücke der Welt ins Meer.
Stolze 2,16 Kilometer ist der sogenannte Southend Pier lang und wird deshalb als „longest pleasure pier in the world“ bezeichnet. Und damit nicht genug: Weil die Strecke bis zum Ende der Seebrücke so weit ist, verkehrt hier sogar eine eigene Pier-Bahn. Die sogenannte Southend Pier Railway ist seit 1890 in Betrieb und gilt damit als die erste Pier-Bahn Großbritanniens. Gründe genug, um dieser besonderen Seebrücke einen Besuch abzustatten.
Eine Bahn ins Nirgendwo am Southend Pier
Während die Pier-Bahn über die Seebrücke fährt, können Besucherinnen und Besucher die tolle Aussicht genießen. Bei Flut schweift der Blick über das glitzernde Wasser, bei Ebbe liegt das Watt frei. Da das Ende der Seebrücke aus der Ferne kaum zu erkennen ist, scheint es so, als würde die Bahn geradezu ins Nichts fahren. Daher leitet sich auch ihr Spitzname „Train to nowhere“, also „Zug ins Nirgendwo“, ab.
Die heutigen, umweltfreundlichen Elektrozüge wurden erst 2021 in Betrieb genommen. Sie verkehren jeden Tag halbstündlich. Vom Ufer aus fahren die Züge zur vollen und halben Stunde, vom Pierkopf viertel vor und viertel nach. Die erste Fahrt beginnt um 10.30 Uhr, die letzte startet vom Ufer aus in der Regel um 19.30 Uhr. Eine Fahrt kostet umgerechnet etwa 9 Euro.
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Wer möchte, kann die Seebrücke auch zu Fuß überqueren. Der Zugang zum Pier kostet umgerechnet etwa 3,60 Euro. Die Seebrücke hat täglich von 10.15 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Letzter Einlass zum Pier erfolgt eine Stunde vor Schließung.
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Hinweis: Derzeit ist die Southend Pier Railway aufgrund technischer Probleme vorübergehend außer Betrieb. Laut Betreiber soll der Zugverkehr voraussichtlich bis spätestens 19. Juli 2026 wieder aufgenommen werden.
Southend Pier: Weitere Erlebnisse auf der Seebrücke
Mehr über die Geschichte der Seebrücke erfahren Besuchende im Pier Museum. Dieses befindet sich direkt am Anfang des Piers. Hier kannst du unter anderem eine originale elektrische Straßenbahn aus den 1890er-Jahren bestaunen. Das Museum hat nur samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Museum ist frei, eine kleine Spende wird aber gerne gesehen.
Wer danach weiter über die Seebrücke spaziert, sollte die Augen offen halten. Denn der Southend Pier liegt innerhalb des Foreshore Nature Reserve, einem rund 13 Kilometer langen Naturschutzgebiet. Hier sind zahlreiche Tiere beheimatet, darunter Robben, Schweinswale und verschiedene Vogelarten.
Entlang der Seebrücke sind deshalb auch Fernrohre angebracht, durch die du die Tierwelt beobachten kannst. Am Ticketdesk erhältst du für etwa einen Euro außerdem eine Broschüre, die die heimischen Tierarten aufzählt. Für kleine Pausen stehen entlang des Piers einige überdachte Häuschen mit Sitzgelegenheiten bereit. So können Besucherinnen und Besucher bei Wind und Wetter die Aussicht genießen.
Am Ende der Seebrücke angekommen, wartet mit dem verrückten Spiegelgang „Wacky Walk of Mirrors“ schon die nächste Attraktion. Dabei handelt es sich um einen Spiegelparcours, der mit optischen Täuschungen und unerwarteten Perspektiven für jede Menge Spaß und lustige Erinnerungsfotos sorgt.
Ebenfalls am Ende der Seebrücke siedeln sich gleich mehrere kleine Restaurants an. In der „Fish & Chips Hut“ gibt es das inoffizielle Nationalgericht Englands zu verkosten. Außerdem hast du die Wahl zwischen einem Café, einem Tearoom, einer Bar und einem weiteren Restaurant.
Bevor es zurück ans Ufer geht, lohnt sich ein Abstecher in den Souvenirshop der Royal National Lifeboat Institution (RNLI). Die gemeinnützige Organisation widmet sich seit mehr als 200 Jahren der Seenotrettung in Großbritannien und Irland. Im Souvenirladen gibt es von Spielzeug über Schreibwaren und Kleidung bis hin zu Küchenutensilien eine große Auswahl an Mitbringseln. Der Erlös kommt der gemeinnützigen Organisation zugute.
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