Vor CL-Duell Roter Stern gegen RB

Ex-Belgrad-Star Pancev über ManCity, Leipzig und einen Abbruch in Dresden

Darko Pancev gewann mit Roter Stern Belgrad 1991 den Europapokal der Landesmeister.

Ende der 1980er-Jahre war Darko Pancev einer der torgefährlichsten Stürmer. Die „Kobra“, so sein Spitzname, gewann 1991 mit Roter Stern Belgrad den Pokal der Landesmeister und wurde Europas Torschützenkönig. Nach dem Zerfall Jugoslawiens folgten Stationen bei Inter Mailand, VfB Leipzig, Fortuna Düsseldorf und dem FC Sion. Heute betreibt der 58-jährige Nordmazedonier ein Café in seiner Heimatstadt Skopje und spricht mit dem Sportbuzzer, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), über das Champions-League-Duell zwischen RB Leipzig und Belgrad (Mittwoch, 21 Uhr, DAZN).

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Herr Pancev, kann sich RS Belgrad trotz erst einem Punkt auf dem Konto noch Hoffnungen aufs Champions-League-Achtelfinale machen?

Geld spielt heutzutage im Spitzensport eine vorrangige Rolle, das ist bittere Realität. Vereine wie Manchester City oder RB Leipzig verfügen dank ihrer finanziellen Mittel über hohe Qualität und können so in der Königsklasse sehr weit kommen. Insofern muss Belgrad auf den dritten Platz hoffen.

Ist Manchester City momentan das Maß aller Dinge?

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Pep Guardiola ist für mich der beste Trainer im Weltfußball. Aber man darf nicht vergessen, dass auch er Zeit gebraucht hat, ehe er mit City den Henkelpott geholt hat. Ihre Dominanz ist schon erdrückend. Für mich sind sie Favorit auf die Titelverteidigung.

Wo ordnen Sie RB Leipzig ein?

Ich habe registriert, dass sie in den letzten Jahren zum ernsthaften Konkurrenten für Bayern München geworden sind. Sie arbeiten sehr erfolgreich mit jungen Spielern und betreiben eine hervorragende Transferpolitik.

Roter Stern Belgrad 1991 und Steaua Bukarest 1986 waren die einzigen Teams aus Osteuropa, die den Landesmeisterpokal holten. Ist so etwas heutzutage überhaupt noch möglich?

Das grenzt schon an Utopie, weil heute eine unterschiedliche Hierarchie im Weltfußball herrscht. Ein halbes Dutzend Klubs teilt sich untereinander die Trophäen, während 100 andere hinterherhinken und sich oft mit Finanzproblemen herumplagen müssen. Erschwerend kommt für die osteuropäischen Vereine die Tatsache hinzu, dass viele talentierte Spieler sehr jung nach Westeuropa wechseln. Zu meiner Zeit durften wir erst mit 28 das Land verlassen, was natürlich förderlich für das Niveau der heimischen Liga war. Diese Regel existiert heute nicht mehr.

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Pancev über einen Lockruf von Sir Alex Ferguson

Auf dem Weg zum Titel ging es im Viertelfinal-Rückspiel zu Dynamo Dresden. Das Spiel wurde wegen Ausschreitungen beim Stand von 1:2 in der 78. Minute abgebrochen. Wie haben Sie die Partie in Erinnerung?

Die Stimmung war vor dem Spiel bereits angeheizt. Wir hatten das Hinspiel mit 3:0 gewonnen, sind dann früh in Rückstand geraten, konnten aber in der zweiten Hälfte das Spiel drehen. Das gab anscheinend den Anlass für diese unnötige und dumme Aktion vonseiten der deutschen Fans. Ich vermute, dass es damals Spannungen zwischen ihnen und der Klubführung gab und die Partie als idealer Rahmen für diese Auseinandersetzung diente. Schade um den Traditionsklub Dynamo, der mit einer mehrjährigen Sperre sanktioniert wurde.

1992 fiel die große Mannschaft von Roter Stern auseinander, Sie wechselten damals zu Inter Mailand, wurden dort aber nie heimisch. Warum?

Ich war damals sehr begehrt, hatte viele Angebote, entschied mich aber leider für den falschen Klub. (schmunzelt) Inter hatte damals eine durchschnittliche Mannschaft im Schatten der AC Mailand. Zudem hatte ich enorme Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Trainer. Nichtsdestotrotz erhielt ich im Winter eine Offerte von Sir Alex Ferguson, der mich zu Manchester United holen wollte. Ich bin dem Lockruf aber nicht gefolgt, weil ich den Italienern beweisen wollte, dass ich es in der Serie A schaffen kann. Im Nachhinein muss ich eingestehen: Dumm gelaufen! (lacht)

Stattdessen landeten Sie im Januar 1994 beim VfB Leipzig.

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Die Bundesliga und die Stadt haben mir auf Anhieb gut gefallen. Ich wurde damals für sechs Monate nach Leipzig ausgeliehen, um dort Spielpraxis zu sammeln, nachdem ich bei Inter quasi sanktioniert war. Mein Trainer war anfangs Bernd Stange, doch der musste nach kurzer Zeit wegen Erfolglosigkeit gehen. Am Ende sind wir leider abgestiegen. Es war aber auch eine schwere Zeit so kurz nach der Wende, der Verein hatte mit diversen Problemen zu kämpfen.