Ex-Außenminister Gabriel warnt: Trump sieht deutsche Autohersteller als Gegner

Sigmar Gabriel bei einer SPD Wahlkampfveranstaltung im Hotel Kristall. Weißwasser

Berlin. Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat vor einer Einführung von US-Zöllen auf deutsche Autos gewarnt. Er gehe davon aus, dass US-Präsident Donald Trump den Handelsstreit mit China bald beilegt, sagte Gabriel am Montag der "Bild". "Dann wird er sich umdrehen und nach Europa und speziell nach Deutschland schauen", sagte der frühere SPD-Chef. "Trump hat schon sehr früh den deutschen Automobilmarkt, die deutschen Automobilhersteller, als seine Gegner identifiziert." Die Amerikaner kauften deutsche Autos aber nicht, "weil sie so billig sind, sondern weil sie besser sind".

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Trump hat bis Mitte Mai für Zöll-Entscheidung Zeit

Trump hatte am Sonntag überraschend angekündigt, von Freitag an die bereits geltenden Sonderzölle auf Wareneinfuhren aus China im Wert von 200 Milliarden Euro von bisher 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Er drohte zudem mit einer Ausweitung 25-prozentiger Sonderzölle auf alle Einfuhren aus China.

Mit Blick auf Auto-Einfuhren aus der Europäischen Union hatte Trump vergangene Woche gesagt, dass er noch keine Entscheidung getroffen habe. Das US-Handelsministerium hatte dem Präsidenten Mitte Februar einen Bericht vorgelegt, der zu dem Schluss kommt, dass die Auto-Einfuhren aus der EU in die USA eine Gefahr für die Nationale Sicherheit darstellen können. Trump hat bis Mitte Mai Zeit, über die Einführung von Zöllen als Konsequenz aus dem Report zu entscheiden. Die deutsche Autoindustrie wäre besonders stark betroffen.

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Von RND/dpa