Klingbeil nach Treffen mit den Grünen: SPD jetzt bereit für Dreiergespräche
Berlin. Nachdem sich am Nachmittag bereits SPD und FDP zu Sondierungen für eine neue Bundesregierung getroffen hatten, kamen die Sozialdemokraten am frühen Abend bereits mit dem nächsten möglichen Koalitionspartner für eine sogenannte Ampel zusammen. Ab 18 Uhr saßen die Parteien mit ihren Unterhändlerinnen und Unterhändlern zusammen, um Unterschiede und Parallelen in ihren Zielen auszuloten.
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Nach dem Treffen sagte Lars Klingbeil, es seien konstruktive Gespräche gewesen. „Die konkreten Diskussionen bleiben im Raum“, sagte der SPD-Generalsekretär. „Die SPD ist jetzt bereit für Dreiergespräche“, sagt Klingbeil bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit den Grünen. Deren Co-Parteichefin Annalena Baerbock verweist auf das am Dienstag anstehende erste Treffen ihrer Partei mit der Union. Man werde „danach alles Weitere gemeinsam entscheiden“. Beide sprachen von einem konstruktiven, sachlichen Gespräch.
Grünen-Chef Robert Habeck würdigte nach dem Gespräch mit der SPD den Willen der Sozialdemokraten, Dinge in Bewegung zu bringen. „Wir haben auch bei der SPD eine Bereitschaft gefunden und festgestellt, tatsächlich noch einmal neu zu starten, eine Dynamik zu entfachen, die dann ja auch die liegen gebliebenen Probleme vielleicht lösen kann“, sagte er. „Politik sucht ja immer nach Schnittmengen. Wir haben jetzt vor allem gesucht nach Dynamiken.“
Grüne wollen Jamaika nicht ausschließen
Für die Grünen war die SPD im Wahlkampf stets der erklärte Wunschpartner. Die Partei will ihr Kernthema Klimaschutz mit Sozialpolitik verbinden und so auch dem Eindruck entgegentreten, Ökologie sei nur etwas für jene, die sich das leisten können. Schon deshalb haben die Überschneidungen mit den Sozialdemokraten in sozialen Fragen ein gewisses Gewicht.
Doch auch wenn eine Ampelkoalition mit SPD und FDP die Lieblingsoption vieler Grüner ist: Eine sogenannte Jamaika-Koalition mit CDU/CSU und FDP absagen wollen sie vorerst auch nicht. Schon aus Verhandlungstaktik: Die Grünen würden ihre Position entscheidend schwächen, wenn sie eins von zwei möglichen Bündnissen ausschließen würden.
RND/fw mit Material von dpa und Reuters